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Lautstärke · dB(A)

Wie laut ist ein Standmixer?

Wer um sechs Uhr einen Shake mixt, stellt diese Frage vor dem Kauf – und bekommt vom Markt keine Antwort: In unserem Vergleich liegt für genau eines von elf Geräten eine Herstellerangabe in dB(A) vor. Dieser Ratgeber erklärt, warum das so ist, und wie wir die Lautstärke stattdessen einordnen.

✍️ Redaktion Mixer Ratgeber ⏱ Lesezeit: 6 Min
Laufender Standmixer in einer Küche am frühen Morgen, eine Person hält sich im Hintergrund die Ohren zu

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur ein Gerät in unserem Vergleich hat eine Herstellerangabe zum Schalldruck: 83 dB(A).
  • Lautstärke ist in dieser Geräteklasse kein Fehler, sondern eine Folge der Leistung – und trotzdem ein Unterschied zwischen den Geräten.
  • Wir bewerten sie mit 20 % Gewicht aus den ausgewerteten Rezensionen, immer relativ zum verglichenen Feld.
  • Die vier Geräte mit den schwächsten Teilnoten für Lautstärke werden in Rezensionen übereinstimmend als laut beschrieben, bei einem davon in Rezensionen aus vier verschiedenen Ländern – alle vier haben 1.200 Watt und mehr.
  • Kurze Mixzeiten relativieren viel: Mehrere Rezensionen ordnen das Geräusch bei unter einer Minute Laufzeit als hinnehmbar ein.

Standmixer und Dezibel: warum die Zahl fehlt

Bei Waschmaschinen, Geschirrspülern und Staubsaugern steht der Schalldruck in dB(A) auf dem Energielabel. Für Standmixer gibt es kein solches Label, und deshalb gibt es auch die Zahl nicht: Von den elf Geräten in unserem Vergleich nennt genau eines einen Wert – 83 dB(A), und auch dieser ist nur über eine Rezension als Herstellerangabe belegt, nicht über das Datenblatt. Bei allen übrigen zehn Geräten steht an dieser Stelle nichts.

Das macht die Angaben auf der Verpackung nicht wertlos, aber unvergleichbar. „Angenehme Lautstärke“ steht so im Datenblatt eines Geräts, dessen Lautstärke in mehreren Rezensionen tatsächlich gelobt wird – es hätte aber genauso dort stehen können, wenn nicht. Ein Wort ersetzt keine Messung, und wir können es nicht in eine Note übersetzen.

Und selbst wo die Zahl steht, fehlt ihr der Vergleich. 83 dB(A) sind ein Wert, den man nur gegen andere Werte lesen kann – und die gibt es in dieser Geräteklasse nicht. Dazu kommt die Laufzeit: Ein Mixer arbeitet 30 bis 60 Sekunden, nicht stundenlang. Mehrere Rezensionen ordnen die Lautstärke ausdrücklich mit diesem Argument ein, sie sei bei Mixzeiten von meist unter einer Minute hinzunehmen.

Wie wir die Lautstärke bewerten

Weil die Zahlen fehlen, bleibt nur eine Quelle: die ausgewerteten Kundenrezensionen. Schalldruck in dB(A) laut Hersteller oder Datenblatt, abgeglichen mit der in Rezensionen beschriebenen Alltagslautstärke beim Mixen.

Daraus eine Note zu machen, hat eine klare Grenze, und die soll hier dastehen: Diese Teilnote ist relativ zum verglichenen Feld, nicht absolut gegen den Markt. Ein Gerät mit der Teilnote 1,3 ist das leiseste in unserem Vergleich – nicht der leiseste Standmixer, den es gibt. Und sie beruht auf Eindrücken, nicht auf Messwerten: Dass drei unabhängige Rezensionen ein Gerät als leise beschreiben und nur eine einschränkt – lauter bei hoher Stufe, aber kein Ausschlussgrund –, ist ein belastbarer Befund. Eine Zahl ist es nicht.

Belastbar wird das Verfahren durch Übereinstimmung über Sprachgrenzen hinweg. Zu einem Gerät beschreiben Rezensionen aus Deutschland, Spanien, Schweden und der Türkei die Lautstärke unabhängig voneinander als auffällig, eine davon rät wegen schlafender Nachbarn von der Nutzung am späten Abend ab. Das ist kein Einzelgeschmack mehr.

Umgekehrt zählt eine gegenläufige Stimme ebenfalls. Zu vier Geräten in unserem Vergleich fallen die Rezensionen uneinheitlich aus – dieselbe Maschine wird in einer Rezension als etwas leiser als ein zuvor genutztes Gerät und in einer anderen als „optisch wie akustisch ein dicker Brummer“ beschrieben. Solche Geräte landen trotzdem in der oberen Hälfte unseres Feldes – nur nicht auf den vordersten Plätzen, wo keine gegenläufige Stimme steht, und das ist die ehrlichere Antwort als ein Mittelwert, der Eindeutigkeit vorgibt.

Die Lautstärke-Noten unseres Vergleichs

Alle elf Geräte, sortiert nach der Teilnote Lautstärke – von der besten zur schwächsten. Die Spanne reicht über zwei ganze Notenstufen, bei Geräten derselben Bauart und vergleichbarer Leistung. Genau deshalb lohnt der Blick vor dem Kauf.

GerätBauartLautstärkeBewertung
WMF Kult Pro Hochleistungsmixer 1,3 1,6
Bosch VitaPower 2 Mini-Mixer 2,0 1,8
Bosch VitaPower 6 Hochleistungsmixer 2,1 1,7
Braun PowerBlend 1 Standmixer 2,2 2,3
WMF Kult X Mix & Go Smoothie-Maker 2,3 1,6
Ninja Foodi Mixer & Suppenbereiter Standmixer mit Kochfunktion 2,3 2,1
ROMMELSBACHER MX 1250 Standmixer 2,8 2,1
NutriBullet Pro 1200 Smoothie-Maker 3,0 1,9
Philips 7000 Standmixer 3,2 2,1
Braun PowerBlend 9 Hochleistungsmixer 3,3 2,3
Ninja Detect Power Blender Pro Hochleistungsmixer 3,4 2,0

Auf der Vergleichsseite lässt sich die Tabelle nach Bauart, Einsatzzweck, Note und Preis sortieren und zusätzlich nach Bauart, Einsatzzweck und Preis filtern.

Die drei leisesten Geräte in unserem Vergleich

WMF Kult Pro Empfehlung
LAUTSTÄRKE 1,3 · HOCHLEISTUNGSMIXER

WMF Kult Pro

BEWERTUNG 1,6

Hochleistungsmixer mit 1.200 Watt und 30.000 Umdrehungen pro Minute laut Hersteller, vier Mixbehälter inklusive To-Go-Deckeln, in mehreren Rezensionen deutlich leiser beschrieben als Geräte anderer Marken, eine Einzelrezension berichtet von einem nach rund anderthalb Jahren defekten Messerblock.

Bosch VitaPower 2
LAUTSTÄRKE 2,0 · MINI-MIXER

Bosch VitaPower 2

BEWERTUNG 1,8

Mini-Standmixer mit 450 Watt und bis zu 40.000 Umdrehungen pro Minute laut Hersteller, Tritan-ToGo-Flasche und Ein-Knopf-Bedienung, mit 46,11 Euro eines der günstigsten Geräte im Vergleich, aber laut Rezensionen ohne Geschwindigkeitsregler und nur für Einzelportionen ausgelegt.

Bosch VitaPower 6 Auch empfehlenswert
LAUTSTÄRKE 2,1 · HOCHLEISTUNGSMIXER

Bosch VitaPower 6

BEWERTUNG 1,7

Hochleistungsmixer mit 1.800-Watt-Motor und 45.000 Umdrehungen pro Minute laut Hersteller, Kunststoffbehälter und Deckel in einzelnen Rezensionen bemängelt – in Rezensionen aber überwiegend als kraftvoll und robust beschrieben.

Was Sie selbst gegen das Geräusch tun können

  • Mit niedriger Stufe anfangen, wo vorhanden. Neun der elf Geräte in unserem Vergleich bieten mehrere Geschwindigkeitsstufen; bei den übrigen zwei mit fester Stufe entfällt dieser Tipp.
  • Eiswürfel mit der Pulsfunktion, nicht im Dauerlauf. Das kürzt die laute Phase ab, statt sie zu verlängern.
  • Das Gerät beim Mixen im Blick behalten. Eine Rezension beschreibt ein Gerät während des Betriebs als „springend“ und musste es von Hand festhalten – die Rezension selbst vermutet einen Zusammenhang mit dem Gewicht des Mixbehälters, nicht mit der Arbeitsfläche.
  • Behälter nicht überfüllen. Eine Rezension berichtet von ungewohnten Motorgeräuschen bei zu voll gefüllter Flasche.
  • Zutaten vorbereiten. Kleiner geschnittenes Obst und angetaute gefrorene Beeren kürzen die Laufzeit – und Laufzeit ist bei einem Mixer das, was man hört.

Lautstärke gegen Leistung: der Handel, den Sie eingehen

Der Zusammenhang ist in unserem Vergleich deutlich, aber nicht zwingend. Alle vier Geräte mit den schwächsten Teilnoten für Lautstärke haben laut Hersteller 1.200 Watt und mehr. Zugleich trägt die beste Teilnote des Feldes ebenfalls ein Gerät mit 1.200 Watt – belegt durch drei unabhängige Rezensionen, eine davon im direkten Vergleich mit einem 1.500-Watt-Mixer einer anderen Marke, den dieselbe Rezension als unerträglich laut beschreibt.

Mehr Watt heißt also: wahrscheinlich lauter, nicht zwangsläufig lauter. Wer Leistung braucht und früh mixt, muss nicht auf die eine verzichten, um die andere zu bekommen – er muss nur hinsehen, bevor er kauft. Wie viel Leistung Sie überhaupt brauchen, steht im Ratgeber Watt und Leistung.

Fazit

„Leiser Standmixer“ ist eine berechtigte Anforderung und eine, die der Markt schlecht bedient: Ohne Herstellerangaben in dB(A) bleibt nur die Auswertung von Rezensionen, und die liefert eine Reihenfolge, keine Messwerte. Diese Reihenfolge steht oben, mit zwei Notenstufen Unterschied zwischen dem ersten und dem letzten Platz. Wer in einem Mehrparteienhaus oder neben einem Kinderzimmer mixt, hat damit mehr in der Hand als mit der Angabe „angenehme Lautstärke“ – und sollte die Reihenfolge trotzdem als das nehmen, was sie ist.